header1










Leitfaden zur De-Konstruktion historischer Ausstellungen


Historische Ausstellungen und Museen erzählen ihren Besuchern Geschichten. Sie benutzen dabei eine spezifische Sprache und geben Antworten auf Fragen, die u.a. auch dem Träger des Museums wichtig sind. Dabei wird der kulturelle Kontext aufgegriffen. Den Besuchern werden mit den Ausstellungen Orientierungsangebote gemacht.

Der kompetente Museumsbesucher ist sich der Tatsache bewusst, dass historische Ausstellungen „gemacht“ sind (=>Konstruktcharakter):


Der kompetente Besucher verfügt über die Fähigkeit, die Ausstellung in ihrer Machart und ihrer Aussage zu analysieren. – Diese Kompetenz zur De-Konstruktion muss allerdings entwickelt werden. Die einzelnen Analyseschritte können zum einen theoretisch abgeleitet, zum anderen induktiv an konkreten Ausstellungen entwickelt werden. Dabei ist der Vergleich von Ausstellungen/ Museen zum selben Thema hilfreich.

Zeitsparend ist es, als Grundlage für die De-Konstruktion einer Ausstellung einen bereits vorliegenden Leitfaden zu nutzen. Dieser kann und soll für den vorliegenden Spezialfall erweitert und modifiziert werden. – Einen solchen Leitfaden haben wir im Projekt „Massenbewegung und -gewalt im Nationalsozialismus – Vergleich musealer Erinnerungsorte in Ungarn und Deutschland“ erarbeitet.



1. Zu Zielsetzungen, Realisierung und Ergebnispräsentation des interkulturellen Vergleichsprojekts


1.1 Zielsetzung: Entwicklung der Kompetenz zur De-Konstruktion musealer Erinnerungsorte

Das zentrale Ziel des Projekts war, „die museale Rezeption und Präsentation der Themenfelder ‚Massenbewegung und Massenmord’ in ausgewählten deutschen und ungarischen Museen/ Gedenkstätten/ Erinnerungsorten zu vergleichen. Die Schwerpunkte wurde auf die Untersuchung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände Nürnberg, des Orts der Information unter dem Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin und des Holocaust Memorial Center in Budapest gelegt.

Im Zuge des Projekts sollten die Gruppenmitglieder – Studierende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der ELTE Budapest – ihre Kompetenz zur De-Konstruktion der in Museen und Ausstellungen dargestellten historischen Narrationen und der jeweiligen Formen des Erinnerns und Gedenkens so weit entwickeln, dass sie später in der Lage sein sollten, auch andere historische Museen und Ausstellungen zu analysieren.

Weil viele der Studierenden später als Geschichtslehrer bzw. im Bereich der Museumsarbeit tätig sein werden, wurde auch der Aspekt der Vermittlung dieser Kompetenzen an Schüler und andere Museumsbesucher thematisiert. Zudem wurde die Gelegenheit ergriffen, die Erfahrungen interkultureller Kooperation und der Auseinandersetzung mit der kulturellen Geprägtheit der Rezeption aufzugreifen (Vgl. die Rubrik „Projekt“ auf der Homepage).


1.2 Entwickeln eines Analyserasters (Leitfaden)

Im Zuge des Projekts wurde ein Analyseraster entwickelt. Die Analyselogik und das Analyseverfahren sollten generell für die Untersuchung des Umgangs historischer Museen und Ausstellungen mit ihren Themen genutzt werden können. Deshalb wurden die Hauptkategorien für die Analyse „formal“ gewählt, das heißt, sie wurden aus der theoretischen Auseinandersetzung mit Museen/Ausstellungen entwickelt.

Es wurden jeweils die Intentionen untersucht, die mit der Museumsgründung verbunden waren, danach erfolgte die Analyse der Museumsarchitektur, der jeweiligen Konzeption und der Raumgestaltung. In Detailuntersuchungen wurde dann der Umgang mit Exponaten und mit Bildern analysiert, schließlich die Verwendung interaktiver Medien. Die Besucher wurden in einer kleinen begleitenden Besucherbefragung einbezogen.

Einige dieser Hauptkategorien wurden bereits in der Vorbereitungsphase ausgewählt, andere kamen im Zuge der Auseinandersetzung mit den Berliner Museen und Gedenkstätten dazu. In der Auseinandersetzung mit den Budapester und Nürnberger Ausstellungen wurden sie weiter auszudifferenzieren. Für jede Hauptkategorie war eine, in der Regel gemischt-nationale, Gruppe zuständig. Jede Teilgruppe untersuchte ihren Aspekt nach einem selbst erarbeiteten Analyseschema. Dieses Analyseraster sollte als „Linkleiste“ auch das Rückgrat der Homepage bilden, in der die Ergebnisse dargestellt werden sollten. Die Linkleiste kann damit als „Leitfaden für die Analyse historischer Ausstellungen“ verstanden werden.


Mitarbeiter der einzelnen Erinnerungsorte unterstützten die Studierenden bei ihrer Analyse- und Struktuierungsarbeit. Der Dank geht an Dr. Uwe Neumärker, den Geschäftsführer der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ und sein Team, Günther Schlusche, ehedem Verantwortlicher Architekt bei der obigen Stiftung, Dr. Inka Bertz, Kunsthistorikerin am „Jüdischen Museum, Berlin“, Dr. Thomas Lutz, „Stiftung Topographie des Terrors“ und seine Mitarbeiter, Dr. Monika Flacke, Kunsthistorikerin am „Deutschen Historischen Museum Berlin“ und das museumspädagogische Team des DHM, an Hans-Christian Täubrich, Leiter des „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg“, Martina Christmeier, M.A., wiss. Mitarbeiterin am Doku-Zentrum, Doris Katheder, Erinnerungsarbeit DIDANAT Nürnberg, Monika Müller-Rieger, Dipl. Museologin, Gestaltung des Doku-Zentrums Nürnberg, Dr. Jörg Skriebeleit und Dr. Alexander Schmid von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Axel Pohl, Dipl.-Ing., Gestaltung der Gedenkausstellung Flossenbürg, an Gabor Székely, Chair of the Board, Holocaust Memorial Center Budapest; Judit Martinkovits, Executive Director am Holocaust Memorial Center, Mária. Schmidt, Direktorin des Terrorhaus-Museums in Budapest, das museumspädagogische Personal des Jüdischen Museums in der Dohány utca, Budapest.


1.3 Internet-Präsentation

Die Analyseergebnisse wurden von den Mitgliedern der einzelnen Teams für die Homepage Museumsvergleich-Holocaust.eu dargestellt. Dabei konnte auf die Unterstützung durch das Filmteam (Florian Sochatzy, Tim-Peter Kuhn, Lukas Petersik), die Fotographen (insbesondere Gábor Kecskeméti und Catrin Kollmann) und den Medieninformatiker Hendrik Richter (unter Mitarbeit von Agnes Dobós, und Jakob Ackermann) zurückgegriffen werden. Das Medienteam übernahm die technische Umsetzung der Ergebnispräsentation. Die Redaktionsarbeit erfolgte in Eichstätt (Federführung Catrin Kollmann, unter Mitarbeit von Jakob Ackermann, Simone Ming, Waltraud Schreiber).


Intensive Diskussionen in der Gesamtgruppe und in Teilgruppen bildeten die Grundlage für den Vergleich zwischen den musealen Erinnerungsorten (Zusammenfassung und Aufbereitung Catrin Kollmann. Simone Ming, Jakob Ackermann und Waltraud Schreiber, vgl. Homepage, „Vergleich“), und für die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen interkultureller Analysearbeit (Zusammenfassung und Aufbereitung Katalin Arkossy, Niké Bitter, Sarolt Kabay, Catrin Kollmann, Jakob Ackermann, Waltraud Schreiber, vgl. Homepage, „Projekt“).


1.4 Nachhaltigkeit


1.4.1 Folgeprojekte

Nach Abschluss des Projektes wurden Analyselogik und -verfahren in sehr unterschiedlichen Folgeprojekten genutzt und weitergeführt (Lehrerfortbildungsprojekte u.a. in Budapest und Baja, Innsbruck, Bozen, in mehreren Städten in Bayern und Sachsen), universitäre Lehrveranstaltungen in Eichstätt und Budapest, universitären Qualifikationsarbeiten (Dissertation Catrin Kollmann, Diplomarbeit Agnes Dobós, Zulassungsarbeit Florian Sochatzy, (Haupt-)Seminararbeiten), Projekten der Museums- und Gedenkstättenpädagogik. Die Transferierbarkeit der Analyselogik und des -verfahrens können somit als gesichert angesehen werden.


1.4.2 Leitfaden De-Konstruktion im Film

Um die Weiterarbeit mit dem Analysekonzept zu erleichtern, kann hier der Lehrfilm: Kompetenzförderung im Geschichtsunterricht abgerufen werden. Geschichtslehrer sollen Anregungen erhalten, wie sie die De-Konstruktionskompetenz ihrer Schüler, bezogen auf historische Ausstellungen, entwickeln können. – Als Bezugspunkt wurde die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Armeemuseum Ingolstadt gewählt.


1.4.3 Leitfaden De-Konstruktion historischer Ausstellungen als Text

Im Folgenden wird der Leitfaden zur „De-Konstruktion“ des Umgangs historischer Museen und Ausstellungen mit Geschichte, nach dem im Projekt vorgegangen wurde, in Textform angeboten. (Darstellung: Catrin Kollmann und Waltraud Schreiber).

Dem Leitfaden vorangestellt werden einige Hinweise auf die theoretischen Grundlagen, auf denen der Analyseansatz aufbaut. Dies ist zur Vertiefung gedacht; es ist aber nicht Bedingung für die Nutzung des Leitfadens.


2. Leitfaden zur De-Konstruktion historischer Ausstellungen


2.1. Hinweise zu den theoretischen Grundlagen1

De-Konstruktion“ meint, historische Narrationen in ihrer (Tiefen-)Struktur zu erschließen. Auch die Ausstellungen in Museen können als historische Narrationen aufgefasst werden: Ausstellungsmacher, und -gestalter, haben sie, oft zusätzlich begleitet von einem wissenschaftlichen Kuratorium und von Vertretern gesellschaftlicher/politischer Institutionen aufgrund einer historischen Fragestellung „gemacht“ und präsentieren sie – als ihre Re-Konstruktion von Vergangenem – ihren Besuchern. Fragestellung, Machart, Formen der Besucherorientierung hängen vom gesellschaftlichen Kontext ab, in dem und für den die Ausstellung entwickelt worden sind.


Bei dieser Re-Konstruktion müssen einerseits Regeln berücksichtigt werden, die für jede historische Narration, egal in welchem Medium sie präsentiert werden soll, gelten. In demokratischen Gesellschaften z.B. sollte sich im Idealfall jede historischen Narration an den Ergebnissen eines reflektierten, an den Ergebnissen und Methoden der Geschichtswissenschaft orientierten Umgangs mit Vergangenheit/Geschichte ausrichten.

Andererseits müssen bei der Präsentation die Besonderheiten des gewählten Mediums berücksichtigt werden: Die historischen Narrationen in Museen und Ausstellungen werden z.B. mit Hilfe von (wenn möglich originalen) Exponaten und Bildern erzählt, unterstützt durch eigens für die mediale Präsentation verfassten Texten. Die Gliederung erfolgt in Abteilungen und Unterabteilungen, die an die Raumsituation der Ausstellung gebunden realisiert werden. Dafür steht eine Fülle von - ihrerseits zeitspezifischen – Präsentationsformen zur Verfügung. Nicht nur die Ausstellungsmacher, sondern auch die Besucher kennen sie. Im „Baukastenprinzip“ werden die Elemente von den Gestaltern zu historischen (Teil-)Narrationen kombiniert.


Von den Besuchern wird die Fähigkeit erwartet, die Präsentationen zu lesen: Zum Teil werden die Besucher durch museumspädagogische Maßnamen, dabei unterstützt. Je besser die De-Konstruktions-Kompetenz der Besucher entwickelt ist, desto genauer verstehen sie die Intention der Ausstellung, desto selbständiger und kritischer können sie sich zu den Deutungen und Orientierungsangeboten der Ausstellungsmacher verhalten.

Die Operation der De-Konstruktion kann methodisiert und in Einzelschritte zerlegt werden: Sie sollte jeweils enthalten Bestandaufnahme, Analyse der Tiefenstruktur, Überprüfung der Triftigkeit der vorliegenden Narration, Darstellung der Ergebnisse.2



2.2 Teilschritte der De-Konstruktion, am Beispiel der Projekts „Massenbewegung und -gewalt im Nationalsozialismus – Vergleich musealer Erinnerungsorte in Ungarn und Deutschland“



2.2.1 Die Bestandsaufnahme


Ziel der Bestandaufnahme ist, möglich unvoreingenommen wahrzunehmen, mit welchen Elementen bei der Realisierung der Ausstellung gearbeitet wurde. Es ist hilfreich, dabei systematisch vorzugehen und die Hauptkriterien theoretisch abzuleiten. Die Hauptkriterien, nach denen die Projektgruppe vorging, sein oben bereits benannt wurden und werden später näher erläutert. Die Studierenden nahmen eine heuristische Einteilung in äußere und innere Kategorien vor:

Unter „außen“ verstanden sie Architektur, als die „Außenhaut“ in der die Ausstellung aufgehoben ist.

Das „Innen“ bezog sich auf die Ausstellung selbst: Formal ging es dabei einmal um die Konzeption und die Raumgestaltung. Dazu wurden die Elemente betrachtet, mit deren Hilfe die Ausstellungsmacher Inhalte transportieren, also Bilder oder dreidimensionale Exponate, aber auch die Medien, die zum Einsatz kommen. Die Studierenden entschieden, die interaktiven Medien näher zu betrachten.



2.2.2 Vertiefende Analysen


Die Bestandaufnahme geht über in die Auseinandersetzung mit der Aussage und der Funktion, die ihr in der Ausstellung zugewiesen wird. Auf analytische Weise wird schrittweise die Struktur der Ausstellung erschlossen.

Die Unterkriterien (vgl. Linkleiste der Homepage), mit denen wir die einzelnen Analysekategorien erschlossen, hatten die Aufgabe, die Strukturen zu erhellen und Hintergründe zu erschließen. Für die Entwicklung der Analysekriterien holten wir uns die Unterstützung von Experten, die in unterschiedlichen Funktionen an den jeweiligen Ausstellungen mitgearbeitet hatten (z.B. Museumsleitung, Ausstellungsmacher, Ausstellungsgestalter, Museumspädagogen usw.).

Sie erläuterten nicht nur, was die Absicht war, die hinter den konkreten Präsentationsweisen stand. Häufig stellten sie uns auch Aspekte vor Augen (z.B. Intentionen, Motive, Interessen), die weit vor den Entscheidungen zur konkreten Umsetzungen („Manifestationen“) standen. Vielfach wirken solche Grundentscheidungen bis in die Gestaltung hinein nach.

Um die Tiefenstruktur einer Ausstellung erfassen zu können, sind solche Informationen unerlässlich. Sie wurden unter der Kategorie Intentionen zusammengefasst. Auf der Homepage wurden sie, zusammen mit einer kurzen Information zur Erinnerungskultur der jeweiligen Stadt, an die erste Stelle gestellt, weil sie der Einordnung dient.


Die strukturbezogenen Analysen müssen sukzessive um inhaltsbezogene erweitert werden. Auf diese Weise lässt sich z.B. erkennen



2.2.3 Überprüfung der Triftigkeit und Stimmigkeit


Auf diese Weise werden eine differenzierte kriteriengestützte Beurteilung von Ausstellungen und der kategoriale Vergleich verschiedener Ausstellungen möglich. Damit kann auch klarer zwischen struktur- und inhaltsbezogenen Gemeinsamkeiten und Unterschieden differenziert werden, Transformationen werden erkennbar.

Im „Fazit“, das den Hauptkategorien jeweils als letzter Unterpunkt zugeordnet ist, wurden jeweils die Ergebnisse der Auseinandersetzung in den einzelnen Ausstellungen zusammengestellt. Auf diese Weise wurden Auffälligkeiten und Besonderheiten, Schwächen und Stärken der einzelnen Orte herausgearbeitet.


Der Vergleich versucht eine kriteriengestützte Zusammenschau der Ergebnisse. Die Überprüfung der einzelnen inhaltlichen Aussagen spielte im vorliegenden Fall eine nur eine nachgeordnete Rolle.



2.3. Visualisierung „Leitfaden Museumsvergleich“





3. Methodische Hinweise zur Realisierung

Die Projektgruppe teilte sich in Kleingruppen auf; jede Gruppe war jeweils für eine der Hauptkategorien bzw. für die mediale Präsentation zuständig.


Ein erster Besuch der gesamten Ausstellung, der auch schon einer erste Bestandsaufnahme im Schwerpunkt umfasste, fand statt, bevor ein Führung durch die Ausstellung oder Expertengespräche erfolgte. Es muss Zeit eingeplant sein, dass die Kleingruppen mit einander ins Gespräch kommen können und so in einem ersten Überblick ihre Eindrücke und Ergebnisse vergleichen können.

Die Experten eröffnen einen ganz neuen Blickwinkel, nämlich den der Macher. Es ist höchst gewinnbringend für die Gruppe, zu erfahren, was auf Seiten der Macher geplant und intendiert worden war und was sie als interessierte Besucher wahrgenommen haben. Die Brüche bieten gute Gesprächsanlässe.


Neben den im Schwerpunkt untersuchten Häusern besuchten wir in den jeweiligen Städten bzw. Regionen noch weitere thematisch verwandte Ausstellungen. Die Absicht war, den Blick zu schärfen und weitere Vergleiche zu ermöglichen.


Die Analysephasen und die Ergebnisdiskussion bedurften einer guten Koordination. Interkulturelle Erfahrungsunterschiede auch in Arbeitsstilen hatten Rückwirkungen auf die Zusammenarbeit und den Austausch. Zeit für interkulturelle Kontakte, jenseits der Arbeitskontakte, sind dringend eingene Phasen notwendig.


Die medienspezifische Präsentation (Film, Internettexte) bedarf einer eignen Vorbereitung und Einführung. Die Medienexperten müssen gut ausgewiesen und teamfähig sein.


4. Anhang: Auflistung der Haupt- und der Unterkategorien




Unterkategorien und mögliche Fragestellungen:

- (Entstehungs-)Geschichte des zu untersuchenden Ortes

- Offizielle Vorgaben, Ausschreibung, Wettbewerb

- Trägerschaft, Betreiber des zu untersuchenden Ortes

- Finanzierung

Auf wessen Initiative gehen die einzelnen Standorte zurück?

Wie wurde die Realisierung finanziert?

Wer ist verantwortlicher Betreiber bzw. Geschäftsstelle des jeweiligen Standorts?




Unterkategorien und mögliche Fragestellungen:

- Formale Struktur

- Aussagen und Wirkung

- Verhältnis zu Authentizität und Umgebung

- Architektur und Lage als Ausstellungsthema

Welche Aussage transportieren die architektonischen Merkmale und welche Wirkung haben sie?

Wie und inwiefern ist das Haus in die Umgebung integriert?

Welche Bedeutung hat seine Lage?

Wie wird die Architektur, wie Ort und Lage in der Ausstellung selbst thematisiert?




Unterkategorien und mögliche Fragestellungen

- Zeitdimensionen

- Hauptgestaltungsmotiv

- Ausstellungstexte

- Exponate

- Zeitleiste

Wie verbinden das Museum/die Ausstellung die Zeitdimensionen Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft?

Welche Hauptgestaltungsmotive liegen der Ausstellung zugrunde?

Wie sind die Ausstellungstexte gestaltet?

Welche Arten von Exponaten finden in der Ausstellung Verwendung?

Ist eine Zeitleiste vorhanden, die die Themenschwerpunkte der Ausstellung historisch einordnet? Wenn ja, welchem Konzept und Aufbau folgt sie?



Unterkategorien und mögliche Fragestellungen


- Innere Raumgestaltung

- Licht, Ton, Farbe

- Einzelne Räume



Unterkategorien: - Arrangement

- „authetisches“ Ensemble


- Inszenierung


- Ort als Exponat




Unterkategorien: - Informieren

- Illustrieren

- Ästhetisieren

- Emotionalisieren

- Individualisieren/Anonymisieren



Unterkategorien: - Die Medien selbst

- Medien in der Ausstellung

- Medien und Besucher

- Architektur und Lage als Ausstellungsthema


1 Vgl. im Folgenden: Schreiber, Waltraud: Schreiber, W.: Kompetenzbereich historische Methodenkompetenzen, in: Körber, A./Schreiber, W./Schöner, A. (Hgg.): Kompetenzen historischen Denkens. Ein Struktur-Modell als Beitrag zur Kompetenzorientierung in der Geschichtsdidaktik Neuried 2007, S.194-235.

2 Vgl. hierzu auch Schreiber, W./ Mebus, S. (Hgg.): Durchblicken – Die De-Konstruktion von Schulbüchern, (Themenhefte Geschichte 1) Neuried ²2006; Schreiber, W./ Gruner, C. (Hgg.) unter Mitarbeit von Labhardt, R.: Geschichte durchdenken. Schüler vergleichen internationale Schulbücher. Das Beispiel: „Wende 1989/1990“, Neuried 2008, im Druck.