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Projekt

Massenbewegung und –gewalt
Vergleich musealer Erinnerungskulturen
in Deutschland und Ungarn

Von Waltraud Schreiber und Katalin Arkossy

1. Das Projekt

Das zentrale Ziel des Projekts war,
„die museale Rezeption und Präsentation der Themenfelder ‚Massenbewegung und Massenmord’ im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, im Ort der Information unter dem Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin und im Holocaust Memorial Center in Budapest zu untersuchen und zu vergleichen.“
(Aus der Antragsskizze vom November 2006).
Uns interessierten insbesondere kulturell bedingte Unterschiede und übernationale/globale Gemeinsamkeiten. Daneben ging es darum, weiteres wahrzunehmen und Erfahrungen zu sammeln, die im universitären Alltag nicht möglich sind: Interkulturelle Erfahrungen aus der Zusammenarbeit zwischen deutschen und ungarischen Partnern, Erfahrungen mit der Produktion dokumentarischer Filme und mit der Präsentation von Fragestellungen und Arbeitsergebnissen im Internet, Erfahrungen im Umgang mit Behörden und Institutionen, und, ganz nebenbei, Erfahrungen bei der Planung, Organisation, Abrechnung von Exkursionen.

Die Projektgruppen besuchten die einzelnen Erinnerungsorte und analysierten die Ausstellungen und ihr (museales) Umfeld nach Vergleichskategorien, deren Leitbegriffe bereits im Zuge der Antragsentwicklung erarbeitet worden waren.


Berlin, Projektwoche 1

Berlin, Projektwoche 1

Budapest, Projektwoche 2

Budapest, Projektwoche 2

Budapest, Projektwoche 2

Flossenbürg, Projektwoche 3

Zebegény, Abschlusstreffen


In Berlin, unserem ersten Ziel, wurden sie in weitere Unterkategorien ausdifferenziert.
Hauptuntersuchungsfeld war das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit seinem oberirdisch angelegten Stelenfeld und die darunter verortete Ausstellung im Ort der Information.
Unterstützt wurde diese auch für die späteren Analysen wichtige Arbeit dadurch, dass unter ausgewählten Fragestellungen sehr charakteristische Erinnerungsorte zu unserem Thema aufgesucht wurden: Im Deutschen Historischen Museum die zeitgeschichtliche Ausstellung, im Jüdischen Museum den Holocaustturm, die Straße des Holocaust und die zugehörige Abteilung, in der Topographie des Terrors die Außenausstellung. Hintergrundinformationen wurden durch Gespräche mit Experten erschlossen. Die entsprechenden Ausstellungen, dazu viele der Interviews, wurden filmisch und fotografisch dokumentiert.


Die Projekt-Gruppe „Film“
an der Topographie
des Terrors in Berlin

Beim Filmeschneiden und
der Homepage-Programmierung

Beim Filmeschneiden und
der Homepage-Programmierung

Beim Filmeschneiden und
der Homepage-Programmierung

Dr.Betz vom Jüdischen
Museum Berlin und Projektleiterin
Prof. Dr. Schreiber
Budapest war der zweite Ort, den wir aufsuchten. Die dort besuchten Erinnerungsorte Holocaust Memorial Center, das Haus des Terrors, das Jüdische Museum im ehemaligen Judenviertel boten wichtige Kontrastpunkte und Anregungen für die weiteren Untersuchungen. Mindestens ebenso wertvoll war es, Erfahrungen mit der ungarischen Geschichtspolitik, mit der historischer Identität der ungarischen und der deutschen Projektmitglieder, aber auch mit institutionellen Unterschieden zwischen den beiden Ländern zu machen. Die Analysekategorien erwiesen sich als tragfähig; interkulturelle Fragestellungen begannen sich zu entwickeln. In Einzel- und Gruppeninterviews dokumentierten wir den unterschiedlichen Blick, den die Gruppenmitglieder hatten, die Bewertungen und Fragen, die Budapest aufgeworfen hatten.
Eine Herausforderung bestand darin, die Strukturen der Ergebnispräsentation festzulegen; Sorge bereitete u.a. die eingeschränkte Film- und Fotogenehmigung in den ungarischen Museen. Zudem erkannten wir, dass unsere eigene Medienkompetenz für die Internetpräsentation nicht ausreichte und beschlossen, uns um eine professionelle, aber finanzierbare Unterstützung zu bemühen: Ein Informatik-Student mit dem Schwerpunkt Mediendesign konnte gewonnen und musste finanziert werden.

Unsere Expertise hatte bereits deutlich zugenommen, als wir in Nürnberg, am dritten Ort arbeiteten. Mit der Ausstellung Faszination und Gewalt im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg und der im Juli 2007 eröffneten Ausstellung Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945 in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg bezogen wir neue Typen von Erinnerungsorten in unsere Untersuchung mit ein: Das Reichsparteitagsgelände als Ort der Täter, die KZ-Gedenkstätte als Ort der Opfer. Die Aussage und Wirkung des „originalen Orts“ war das Thema, das uns an diesen beiden Erinnerungsorten besonders deutlich wurde.
Der Vergleich zwischen den drei Orten drängte sich gerade durch den Besuch in Flossenbürg auf, z.B. weil hier sichtbar wurde, dass die Gestalter sich, wie die in Budapest, sehr deutlich erkennbar „bedient“ hatten, indem sie mediale und formsprachliche Gestaltungsideen aus den anderen Erinnerungsorten aufgriffen. Deutlich wurde eine Adaption der Motivik, der Gestaltungselemente und der (Inszenierungs-)Methoden.

Anders als in Budapest war es aber gelungen, diese Darstellungen in Nürnberg und Flossenbürg zu einem einheitlichen, eigenen Ganzen vor allem in ästhetischer Hinsicht zu verbinden. Die „Metapher“, die alle Gestaltungselemente auf eine ganz spezifische und einmalige Art an das Thema bindet, das fiel uns als die Besonderheit der Nürnberger Gestaltung auf. Immer deutlicher wurde uns auch, dass die „kunstvolle Verpackung“ nicht die Frage nach der Plausibilität der transportierten Deutungen verstellen darf, und dass Fehler bei den Vergangenheitsbezügen immer wieder auf der Bildebene auftreten.
Kurz, die Erfahrung in Nürnberg war, dass es immer besser gelang, hinter die Kulissen zu blicken und auch die Untertöne bei den Gesprächen mit Experten wahrzunehmen und gezielt nachzufragen.

Als Prinzip der Arbeit hatten wir vorgesehen, die Analyseergebnisse der Kleingruppen jeweils noch beim Arbeitstreffen vor Ort zu diskutieren, zusammenzustellen und zu dokumentieren. Zudem wollten wir versuchen, auch die mediale Aufbereitung der Ergebnisse schon an den einzelnen Orten weit voranzutreiben. Nicht immer war es uns gelungen, das auch umzusetzen. Vereinbarungen, die Texte an den jeweiligen Heimatorten fertig zu stellen, scheiterten zum Teil am Studienalltag, zum Teil an organisatorischen und kommunikativen Hürden, zum Teil auch daran, dass das Ergebnis, das die gemeinsame Arbeit abschließen sollte, nicht allen gleich deutlich vor Augen stand.
Dazu kam, dass, wie in Projekten durchaus üblich, sich im Arbeitsprozess die Zielsetzungen verschoben und sich neue Fragestellungen ergaben und neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffneten. Durch die professionelle Arbeit des Filmteams wuchs z.B. die Bedeutung der Filme. Die von außen eingekaufte Professionalität für den Internetauftritt eröffnete die Möglichkeit, nicht nur eine Homepage, sondern eine multimediale Internetpublikation mit Text-, Bild-, Film- und Grafikanteilen zu erarbeiten, die auf die Weiternutzung der Ergebnisse angelegt war. – Das in der Antragstellung als möglich skizzierte Folgeprojekt wurde also in das Projekt integriert. Diese Entscheidung war auch deshalb notwendig, weil sie der Arbeit den Charakter der Verbindlichkeit gab. Als Probelauf wurden Präsentationen am Ende der letzten Arbeitswoche festgelegt. Diese sollten auch in Ungarisch stattfinden, um der Muttersprache der zweiten Projektgruppe Gewicht zu geben.


Intensive Arbeitseinheiten
im Untergeschoss des
Hotels in Zebegény...

...ebenso auf der Terrasse.
Beim einwöchigen Abschlusstreffen, das mit Zebegény bei Budapest in einem Tagungshaus mit optimalen Arbeitsbedingungen und in herrlicher Umgebung stattfand, waren die Chancen, aber auch die noch zu leistende Arbeit nun wirklich allen klar geworden. Dass die eine oder andere Vorarbeit noch nicht geleistet worden war, rächte sich nun und musste durch ein hohes Arbeitspensum (vom 9.00 bis weit nach Mitternacht) aufgefangen werden. Die Professionalität der „Technik-Crew“, die Motivation aller, die gesteckten Ziele zu erreichen, eine stringente Arbeitsteilung, aber auch die Erfahrungen einzelner Teilnehmer im Bereich Publikation und Präsentation waren schließlich der Garant für den Erfolg.
Durch den Präsentationstermin im Holocaust Memorial Center in Budapest, der noch innerhalb der letzten Arbeitswoche lag, durch einen schon fixierten Lehrerfortbildungstermin wenige Wochen später und einen Termin für die Ergebnispräsentation bei einer wissenschaftlichen Tagung an der ELTE zwei Monate später war nicht nur der (notwendige ?) Druck von außen für alle erkennbar da, sondern auch die Anerkennung der geleisteten Arbeit. Die Notwendigkeit der Präsentation in Ungarisch brachte es mit sich, dass ein Teil der Filme zusätzlich auch in ungarischer Sprache vertont werden musste und zwar in kürzester Zeit. Die Chance (und zugleich die technische Zusatz-Aufgabe) eröffneten sich, die Homepage zumindest in den Grundstrukturen zweisprachig zu gestalten. Neben der Internet-Präsentation musste auch noch eine Powerpoint-Präsentation erarbeitet werden.

Gemeinsam wurden Konzepte für die Präsentationen der Ergebnisse für die Museumsfachleute und Geschichtslehrer erarbeitet, die auf der vorhandenen Materialbasis aufbauten.

2. Projektgruppe:


Unsere Gruppe bestand aus 10 ungarischen und 10 deutschen Studierenden dazu aus zwei Professoren.
Alle Ungarn sprechen hervorragend Deutsch, keiner der Deutschen kann dagegen ungarisch. Kommunikationssprache war deshalb Deutsch. – Im Nachhinein ist uns bewusst geworden, dass wir zuwenig berücksichtigt haben, dass sich die einen in ihrer Muttersprache, die anderen in der Fremdsprache bewegten.

Wir bildeten in der Regel gemischtnationale Gruppen, die die einzelnen Schwerpunkte für den Museumsvergleich erarbeiten sollten. Die auf dieser Homepage präsentierten Untersuchungsergebnisse sind in einen gemeinsamen Diskussions- und Erarbeitungsprozess entstanden.

Jedes Gruppenmitglied arbeitete, jenseits der Verantwortung für die Analyse nach jeweiligen Kategorien, auch an anderen Aufgabenstellung mit, wie der Erarbeitung des Treatments und der Texte für die Filme und dem Korrekturlesen an den Texten. Dazu kamen die gemeinsame Erarbeitung des Gesamtvergleichs und die Diskussionen zu den interkulturellen Perspektiven.


Projekt-Gruppe „Konzeption“
bei der Arbeit: Vicki, Simone und
Moni beim Filmaufnahmen sichten und
mit einem der „Filmjungs“ Flo

Projekt-Gruppe „Konzeption“
bei der Arbeit: Vicki, Simone und
Moni beim Filmaufnahmen sichten und
mit einem der „Filmjungs“ Flo

Besprechungen bis in die Dunkelheit.

Besprechungen bis in die Dunkelheit.

Im Vordergrund Simone,
Projektgruppe „Bilder“, im
Hintergrund Jakob und Sarolt,
Gruppe „Architektur“

3. Projektteilnehmer


Waltraud Schreiber, Professorin für Theorie und Didaktik der Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt


Die Leiterinnen des Projekts
Frau Arkossy und Frau Schreiber

Besprechung in Zebegény
Meine Aufgabe war die Gesamtkoordination. Das war vor allem in den Phasen, in denen noch nicht allen klar war, worauf es hinauslaufen könnte und was an konkreter Arbeit hinter einer Internet-Publikation mit Filmen oder hinter der Präsentation der Ergebnisse vor verschiedenen Gruppen steckt, schon eine Herausforderung.
Mein Manko war, dass ich bislang nur Projekterfahrungen mit internationalen Wissenschaftler- und Schülergruppen hatte, nicht aber mit interkulturellen Studierendengruppen. Die Bedeutung der kulturellen Prägung, die sehr unterschiedlichen Lern- und Arbeitserfahrungen, den tiefgehenden Unterschied zwischen „miteinander Freizeit zu verbringen“, „miteinander in einem Universitätsseminar zu arbeiten“ und „miteinander an einem interkulturellen Projekt zu arbeiten, das seine Strukturen erst entwickeln muss“, hatte ich unterschätzt und musste erst lernen, damit umzugehen.
Insgesamt habe große Achtung vor den einzelnen Projektmitgliedern gewonnen, ihren Kompetenzen in den unterschiedlichsten Bereichen, der Fähigkeit einzelner Kommilitonen, interkulturell oder individuell oder durch verschiedene Arbeitsstile bedingte Schwierigkeiten zu analysieren und zu lösen, aber auch der hohen Motivation, Dinge zu Ende zu bringen, der Bereitschaft, interkulturelle Lernprozesse zu vollziehen, auch wenn diese eigene Veränderungen verlangten.

Ich habe die Arbeit mit der Gruppe und meiner Kollegin Dr. Arkossy sehr geschätzt, insbesondere auch die informellen, oft sehr tiefgründigen Gespräche am Rande. Auf der inhaltlichen wie auf der kommunikativen Ebene habe ich viel dazu gelernt, auch, was die Größe der Herausforderung betrifft, vor der wir in einem sich zusammenfindenden Europa stehen.

Dr. Katalin Árkossy, Dozentin für Theorie und Didaktik der Germanistik und des bilingualen Unterrichts an der ELTE Budapest


Die Leiterinnen des Projekts:
Frau Arkossy und Frau Schreiber


Die Leiterinnen des Projekts:
Frau Arkossy und Frau Schreiber
Als Leiterin des bilingualen Studienganges am Germanistischen Institut der Budapester Universität war ich für die ungarische Studentengruppe verantwortlich. Die Studierenden der Gruppe haben alle die Fächerkombination Deutsch und Geschichte und sind im letzten Semester des Zusatzstudiums für den bilingualen Unterricht. So verfügen sie sowohl über gute Fach- als auch über ziemlich gute Sprachkenntnisse.
Die Arbeit am Projekt bedeutete für uns eine große Herausforderung, war aber zugleich ein hochinteressanter Lernprozess und mit vielen Erfolgserlebnissen und viel Freude verbunden.
Da die zwei Gruppen verschiedene Lernerfahrungen und Traditionen haben und somit andere Arbeitsweisen gewohnt sind, war das Voneinander-Lernen eine enorm große Chance der Zusammenarbeit.
Die Projektmitglieder haben während der Arbeit Kompetenzen und Strategien entwickelt, die sie demnächst auch bei anderen Projekten anwenden können. Das trifft vor allem auf die ungarischen Teilnehmer zu, da bei uns so groß angelegte Projekte noch nicht zur Selbstverständlichkeit der täglichen Arbeit an der Universität gehören. Die andere Herausforderung war das Ziel der aktiven Dekonstruktion, das kritische Hinterfragen der Ausstellungen und das konsequente Ausdiskutieren der Meinungsverschiedenheiten in den Gruppen.
Das ständige Reflektieren, das Akzeptieren der unterschiedlichen Denkweisen, Arbeitsmethoden und der anderen Meinungen haben uns geholfen zueinander zu finden , die Schwierigkeiten zu überwinden und haben letztendlich zum Gelingen des Projektvorhabens geführt. Was ich sehr geschätzt habe, sind die Solidarität, Hilfsbereitschaft und Toleranz, die unter den Projektteilnehmern während des Projekts immer mehr gewachsen sind und damit ein Beweis dafür ist, wie Vorurteile und Barriere durch eine gemeinsame Arbeit abgebaut werden können. Die Zusammenarbeit mit meiner Kollegin Prof. Waltraud Schreiber, die auf einer sehr sensiblen Art das Projekt geleitet hat, war beispielhaft und die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg des ganzen Unternehmens.



Projektgruppe Intention


Agnes Dobós, Studentin an der ELTE, und Catrin Kollmann M.A., Doktorandin und wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Geschichtsdidaktik, KU


Im Projekt haben wir die Hintergründe zu den untersuchten Erinnerungsorten recherchiert: Geschichte, Vorgaben, Ausschreibungstexte, Wettbewerbe, Trägerschaft und die aktuelle Geschäftsführung. Dabei haben wir versucht die Hintergründe, Intentionen und Leitmotive herauszuarbeiten und mit den geschaffenen Ergebnissen vor Ort zu vergleichen.
Agnes hat daneben die Übersetzungen mehrerer Projekt-Texte übernommen und das Heraussuchen der Interviewausschnitte für den Bereich „Intentionen“ übernommen. Die Komplett-Übersetzung der Homepage fällt ebenfalls in ihre Zuständigkeit.
Catrin hat die Texte zu den Filmen „Erinnerungskultur“ Berlin, Budapest, Nürnberg verfasst und eingesprochen. Im Nachgang des Projekts ist sie zuständig für Organisation der Schlussredaktion sowie die weitere Betreuung der Homepage und die noch angestrebten anderen Publikationsformen. Profitiert haben wir beide sehr von der Außensicht unseres Projektpartners, der immer wieder eine neue, andere (kulturelle) Sichtweise einbringen konnte.


Projektgruppe Architektur



Jakob Ackermann, Student an der KU
Sarolt Kabay, Studentin an der ELTE
Jakob Ackermann, Student an der KU

Geb. am 30.04.1984 studiere ich seit dem WS 2004/05 an der Katholischen Universität Lehramt Gymnasium Deutsch/Geschichte und Magister Theorie und Didaktik der Geschichte. Als Studentischer Projektleiter des Projekts organisierte ich die Exkursionen nach Berlin und Nürnberg, war Hauptansprechpartner für die Gesamtplanung und verantwortlich für die Finanzplanung und -verteilung des Projekts.
Zusammen mit Sarolt Kabay verfasste ich die Bereiche des Analyseschwerpunkts „Architektur“, außerdem war ich auch an anderen Teilen der Homepage beteiligt. Persönlichen Erfahrungen innerhalb dieses Projekts konnte ich vor allem durch das Kennen lernen eines anderen Kulturraums und seinen Arbeitsweisen und Strukturen erlangen, aber auch durch das intensive Hinterfragen und Dekonstruieren von Ausstellungskonzepten. Besonders beeindruckt hat mich der sensible Umgang mit authentischen Orten und mit Kunst in einigen der von uns besuchten Erinnerungsorten.

Sarolt Kabay, Studentin an der ELTE

Ich war in der „Architektur-Gruppe” mit Jakob. Es war ein interessantes und, was unsere Schlussfolgerungen anbelangt, weites und vielschichtiges Thema. Leider konnte ich die Ausstellungen nicht immer so erfahren, wie ich es mir gewünscht hätte, aber eine neue Sichtweisen ist bei mir entwickelt worden, und im der Laufe der Zeit erlebte ich alle Arten von Gebäuden in einer anderer Weise als früher.
Für mich war dieses Projekt sehr lehrreich und ein dauerhaftes „Erleben“. Unsere Großgruppe war immer in einem regen Austausch und es war gut, dass auch andere als nur die Engagierten in den Vordergrund treten konnten.
Obwohl ich an einer deutsch-ungarischen Begegnungsschule unterrichtet wurde, habe ich vieles auch über „die Deutschen”, über Deutschland und natürlich über uns Ungarn dazugelernt. :D

Projektgruppe Konzeption



Simone Kleemann, Studentin an der KU
Monika Schierl, Studentin an der KU
Viktória Nagy, Studentin an der ELTE
Simone Kleemann, Studentin an der KU

Ich studiere Deutsch, Geschichte und Sozialkunde auf Realschullehramt im sechsten Semester und den Erweiterungsstudiengang Geschichtskultur im dritten Semester. Gemeinsam mit Viktoria Nagy und Monika Schierl habe ich in der Gruppe Ausstellungskonzept gearbeitet und war dadurch an der Erstellung und Modifizierung unserer neun Kategorien hauptverantwortlich beteiligt. Auch das Zusammentragen und Festhalten unserer Ergebnisse habe ich koordiniert und in überwiegend eigener Zuständigkeit in schriftlicher Form abgefasst. Neben den Texten für die Homepage habe ich zudem die deutschsprachigen Treatments von mehreren Filmen konzipiert. Außerdem war ich Sprecherin einiger Filmtexte der Gruppen Ausstellungskonzept und Raumgestaltung. Abschließend habe ich Korrekturarbeiten von Texten anderer Gruppen übernommen.
Als bereichernd empfand ich an unserem Projekt vor allem seine interkulturelle Ausrichtung und die besonders in der Abschlusswoche erlebte positive Gruppenkonstellation.
Das Arbeiten im Team, die Absprache mit anderen und die Koordination, die es bedurfte, um unsere vielfältigen Gruppenarbeiten gelingen zu lassen, haben mich oft sehr herausgefordert. Dennoch kann ich unsere Arbeitsphase rückblickend als durchwegs positiv und produktiv bezeichnen. Besonders hervorheben möchte ich, dass mir die intensive Auseinandersetzung mit den analysierten Ausstellungen einen neuen Blick für Ausstellungsgestaltung, Konzeption und Intention ermöglicht hat. Gerade der Blick hinter die Kulissen und die vielen „Expertengespräche“, die wir führen durften, befähigen nun zu einer differenzierten Sichtweise auf das Medium „Ausstellung“. Zusätzlich ermöglichte das Projekt durch die Kooperation mit den dafür zuständigen Kommilitonen auch einen Einblick in die Bereiche Film und Homepagegestaltung, was ich als weitere Bereicherung im Hinblick auf zukünftige Projekte empfinde.

Monika Schierl, Studentin an der KU

Im Forschungsprojekt war ich für die Bereiche Konzept (Berlin, Budapest, Nürnberg) und Umgang mit Bildern (Budapest) verantwortlich. Hierunter fielen unter anderem die Erarbeitung der Kategorien, die Analyse der jeweiligen Ausstellungsinhalte und die Ausarbeitung der Ergebnisse für die Homepage. Daneben habe ich deutschsprachige Treatments für mehrere Teilbereiche erstellt und für das Teilgebiet Konzept die Filmidee entwickelt. Abschließend habe ich Korrekturarbeiten von Texten anderer Gruppen übernommen.

Viktória Nagy, Studentin an der ELTE

Vor dem Beginn des Projekts meldete ich mich aus eigenem Interesse für die Gruppe, die sich mit Besucherforschung beschäftigte. Erst in Berlin stellte es sich heraus, dass die Konzeptgruppe kein ungarisches Mitglied hat und ihre zwei deutschen Teilnehmer einen ungarischen Partner brauchen, damit die Untersuchung der Ausstellungskonzepte aus interkultureller Perspektive geführt werden kann. So schloss ich mich Simone Kleemann und Monika Schierl an. Obwohl ich bisher noch nie an einem solchen Projekt teilgenommen habe und nie mit Deutschen zusammengearbeitet habe, haben wir ziemlich schnell den gemeinsamen Ton gefunden. Nachdem wir unsere neun aufgestellten Kategorien unter uns aufgeteilt hatten, funktionierte die Arbeit als eine richtige Kooperation und Gruppenarbeit ganz schön. Ich untersuchte vor allem die Kategorien „Individuum/Kollektiv”, „Europäische Dimension” und „Weitere Gedenkstätten” in den drei Ausstellungen. Da Ungarisch meine Muttersprache ist, übernahm ich auch die Katergorie Ausstellungstexte im Holocaust Memorial Center in Budapest.
Was mir bei der Projektarbeit sehr gefallen hat, waren einerseits die Aufenthalte in Berlin und Nürnberg, da ich früher noch nie hier war. Andererseits war die Beschäftigung mit den ausgewählten Museen für mich sehr nützlich. Früher habe ich mir eine Ausstellung nur als „einfacher” Museumsbesucher angeschaut. Jetzt habe ich schon einen Einblick, wie bewusst und nach wie vielen Aspekten eine Ausstellung untersucht werden kann. Während des Projekts konnte ich auch erleben, wie internationale Gruppen im Sinne ei gemeinsamen Zieles zusammenarbeiten können. Dazu braucht man vor allem große Anpassungsfähigkeit, Motivation, Toleranz und natürlich eine Sprache, die alle Mitglieder beherrschen und die zur Sprache der interkulturellen Kommunikation wird.


Projektgruppe Raumgestaltung


Schnitzer Ágnes, Geschichte und Germanistik Studentin ELTE Budapest


Schnitzer Ágnes, Geschichte und
Germanistik Studentin ELTE Budapest
Niké Bitter, Studentin an der ELTE
Für das Thema Holocaust und für den Komplex Museumspädagogik interessiere ich mich sehr. Von der Zusammenarbeit der ungarischen und deutschen Gruppen habe ich sehr profitiert.
Am Anfang war es ein bisschen kompliziert, zur Schlussfolgerung in den einzelnen Gruppen zu kommen. Man musste lernen, welche Einstellung zu einer Gruppenarbeit wichtig ist. Die Meinungen sollten beim Schreiben der Texte in Einklang gebracht werden. Aber ich denke, dass es in meiner Gruppe absolut perfekt funktionierte.
Der größte Unterschied zwischen den ungarischen und deutschen Gruppen war das Arbeitstempo, aber am Ende des Projekts ist es auch stimmig gewesen. Die Zusammenarbeit mit deutschen Studenten war ein spannendes Erlebnis. Darunter verstehe ich z.B. ihre Denkweise zu erkennen. Im Projekt wurden zwei ungarische Gruppe gebildet, wo selbstverständlich die interkulturelle Beziehung nicht vorkommt.
An der einen ungarischen Gruppe nahm ich teil. Zusammen mit Niké Bitter bildete ich die Raumgestaltungs-Gruppe. Unsere Aufgabe war, die innere Raumgestaltung, die Licht-, Farbe-, und Toneffekte in den einzelnen Museen zu untersuchen, eigentlich wie diese Elemente auf die Besucher emotional wirken können und wie man mit diesen Effekten in einem Museum manipulieren kann. (Für uns bedeutete es manchmal Schwierigkeiten, die Texte richtig auf Deutsch zu formulieren.)
Die wichtigste Sache, in dem sich die Museen in Ungarn und in Deutschland unterschieden, war die Darstellung des Thema Holocausts. In Ungarn gerieten die Brutalität, die schrecklichen Bilder in den Vordergrund. In Deutschland haben wir diesen Schrecken und das Leid nicht gefühlt. Dieses Projekt wird für mich eine große Hilfe sein, weil ich auch meine Diplomarbeit zu diesem Thema schreibe.

Niké Bitter,Geschichte und Germanistikstudentin der ELTE Budapest

Die Umsetzung des Themas Holocaust in Form einer Ausstellung fand ich ein interessantes Untersuchungsfeld.In meiner Gruppe setzten wir uns mit den verschiedenen Wirkungselementen der inneren Raumgestaltung auseinander. Wie beeinflussen die Licht- und Toneffekte oder die Farben unsere Wahrnehmung? Bisher hatte ich nicht so bewusst über die subtile Wirkungskraft dieser Effekte nachgedacht.
Durch visuale und auditive Effekte können bei den Besuchern ganz starke emotionale Bezüge zum Holocaust hergestellt werden. Ob die Austellungsmacher vor allem das Schreckliche, das Brutale betonen wollen - wie es in Budapest der Fall war - oder aber das Verstehen eines historischen Prozesses zu fördern versuchen - welche Absicht ich am besten in Nürnberg spürte - bedingt große Unterschiede in der Art und Weise der Raumgestaltung. Durch die Untersuchung der musealen Wirkungselemente wurde ich aufmerksam auf die Tatsache, welch große Verantwortung die Austellungsgestalter tragen. Sie haben es nicht leicht, denn eine Ausstellung sollte informativ sein, aber zugleich auch Emotionen bei den Besuchern hervorrufen. Der Mensch ist anfällig für Manipulationen von außen — ein veranwortungsvolles Umgehen mit Wirkungselementen ist deshalb von großer Bedeutung. Die Grenzen zur Manipulation, wenn auch wohl mit guter Absicht, sind nie zu überschreiten! Mit der Verwendung von Licht- Farbe und Toneffekte sollte man eher mässig umgehen und damit den Besuchern Vertrauen schenken, in dem Sinne, dass man voraussetzt, dass jeder Besucher zur selbständigen Meinungsbildung fähig ist.
Der Vergleich der Museen in ganz Europa war für mich vor allem in der Hinsicht interessant, dass ich dadurch die Unterschiede zwischen Deutschland und Ungarn sehen konnte, den Umgang mit der historischen Vergangenheit (Vergangenheitsbewältigung) betreffend. Die Führungen in den deutschen Museen und die Expertengespräche in Nürnberg genoß ich besonders, sie wirkten motivierend zur weiteren Vertiefung in mein eigenes Thema. Die Führungen in den ungarischen Museen bedeuteten für mich eine eigenartige Erfahrung, welches Bild für die ausländischen Besucher über Ungarn vermittelt wird. Dies führte teilweise zu verblüffenden Erfahrungen.
Auf jeden Fall war es doch interessant, beim Besuch dieser Austellungen und Dokumentationszentren hinter die Kulissen sehen zu können. Die Mitarbeit in einer internationalen Gruppe machte mir viel Spaß. Dass wir die Probleme und unsere Erfolge in diesem Bereich in Rahmen einer Abschlussdiskussion offen ausdiskutieren konnten, war für mich eine ganz positive Erfahrung.


Projektgruppe Bilder


Katalin Riez (23), Studentin der Geschichte und Germanistik im vierten Studienjahr, ergänzendes Studium des Deutschsprachigen Fachunterrichts (viertes Semester)

Ich studiere Geschichte und Germanistik im vierten Studienjahr, ergänzend dazu studiere ich Deutschsprachigen Fachunterricht (viertes Semester).

Mit den Auslandsbesuchen bekam ich eine neue Perspektive auf Deutschland. Dazu trug vor allem auch das interkulturelle Miteinander bei. Nach dem Besuch der deutschen Museen und Ausstellungen hatte ich das Gefühl, wirklich Neues erfahren zu haben: In den Ausstellungsorten war die Vergangenheit greifbar. Meine Augen sind scharfer geworden, durch Ausstellungen gehe ich jetzt nicht mehr „einfach so“, sondern viel reflektierter. Die Sichtweise meines eigenen Landes (auf die Thematik „Holocaust“, zusätzlich aber auch jene auf Fragen zur Intention der Ausstellungsmacher – und der damit zusammenhängenden forcierten Wissensvermittlung) beurteile durch die Erfahrungen, die ich während des Projektes sammeln konnte, inzwischen teilweise anders als vorher.

Simone Ming M.A., Studentin an der KU


Ich studiere in Eichstätt Lehramt Gymnasium Deutsch/Geschichte/Latein. In Augsburg habe ich zuvor meinen Magister in Medienpädagogik/Psychologie/Soziologie erworben.

Dass ich mich für ein internationales Projekt, das vergleichend Holocaust-Ausstellungen untersuchen wollte, interessierte, schlägt sich schon in meiner Fächerwahl nieder – wie viel ich dann eigentlich zusätzlich gelernt habe, konnte ich zu Beginn des Projekts noch nicht absehen. In der Rückschau wird mir bewusst: Sehr vieles, auch an vollkommen unerwarteten Erkenntnissen, habe ich mitgenommen, was besonders am informellen Charakter des Miteinander-Arbeitens lag. Dieses Arbeiten barg Chancen, die im regulären, anonymeren Universitätsbetrieb brachliegen. Inhaltlich waren es besonders die museumspädagogischen Informationen, die - jeweils direkt vor Ort beleuchtet - mich mehr und mehr reizten, sowohl die Fragen nach spezifischen ökonomischen Wertlegungen (Entstehungsgeschichte, Finanzierung, Besucherzahlen, Einbindung in das (auch kulturelle) Stadtbild) als auch jene zum jeweiligen Anspruch der beabsichtigten Wissensvermittlung an die Besucher. Diese Informationen waren für mich neu, und ich halte sie – da diese sonst im Lehramtsstudium mehr am Rande thematisiert werden – für ausgesprochen bereichernd.
Das jedoch, was ich im Nachhinein für meine wichtigste Bereicherung halte, hat mit der inhaltlichen Themengebung des Projekts (Holocaust) nichts zu tun: die interkulturelle Begegnung, das Ausloten von gelungener Kommunikation und Teamarbeit in einer sich anfangs fremden, aus verschiedenen Kulturkreisen stammenden Gruppe.


Projektgruppe Interaktive Medien



Adrienn Németh-Csóka und Györgyi Babinyec, Studentinnen an der ELTE

Die Gruppe Interaktive Medien war eine von den zwei Gruppen, die ausschließlich aus ungarischen Mitgliedern bestanden. Beide von uns – Györgyi Babinyec und Adrienn Németh-Csóka – hatten kein Vorwissen von den interaktiven Medien und ihren Verwendungsmöglichkeiten in einer Ausstellung. So war der Grund unserer Themenwahl nicht bewusst begründet, aber wir waren motiviert und neugierig, was wir analysieren sollen.
Ehrlich gesagt waren wir am Anfang der Arbeit total ratlos. Wir haben erarbeitet, dass sowohl in Berlin als auch in Budapest und in Nürnberg viele interaktive Medien verwendet werden. Zum ersten Mal hat es uns sehr gefordert, aber bei der zweiten Untersuchung waren wir schon erfahren und so konnten wir ruhiger arbeiten.
Dank unserer gemeinsamen Interessen und gemeinsamer Sprache konnte die Kommunikation innerhalb der Gruppe einfach und problemlos laufen. Als positive Erfahrung muss ich unbedingt benennen, wie hilfsbereit die Deutschen waren. Wenn wir grammatische oder irgendwelche Fragen hatten, standen sie immer zur Verfügung.
Das Arbeitsklima zwischen der ungarischen und deutschen Gruppe war toll, und am Ende verschwand ganz die Bezeichnung „ungarische” und „deutsche” Gruppe: es wurde zu einer interkulturellen Gruppe, die aus Studenten bestand, die aus verschiedenen Ländern kamen, aber für ein gemeinsames Ziel arbeiten.


Projektgruppe Besucherforschung



Zsuzsanna Kolozsvári, Studentin an der ELTE

Ich heiße Zsuzsanna Kolozsvári, ich studiere Germanistik und Geschichte im 5. Jahr an der ELTE in Budapest. Ich habe in der Besucherforschungsgruppe mit Ina Wester zusammengearbeitet. Unsere Aufgabe bestand darin, die Meinungen der Besucher über die verschiedenen Ausstellungen zu erfragen und diese danach auszuwerten. Ich denke, wir haben unser Ziel erreicht. Diese Arbeit gefiel mir sehr, weil ich mit vielen Besuchern intensiv sprechen konnte, und einige erzählten mir ihre persönliche Geschichte. Mir als Ausländerin bedeutete es sehr viel, dass die deutschen Besucher sehr nett und hilfsbereit auf meine Fragestellungen antworteten. Mit Ina konnte ich sowohl bei Befragung als auch bei der Auswertung gut zusammenarbeiten. Es war interessant zu sehen, dass die Holocaust-Museen/Gedenkstätten in Deutschland im Gegensatz zu Ungarn voll mit Besuchern waren. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass der Kommunismus in der ungarischen Geschichte tiefer lebt als Holocaust. Es ist immer nützlich eine andere Kultur (z.B. deutsche Diskussionskultur) durch Erfahrungen kennenzulernen.

Ina Wester M.A., Studentin an der KU

Mein Name ist Ina Wester und ich studiere seit 2002 an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Ich habe einen M.A. in Englischer Literaturwissenschaft (Amerikanistik, Neuere und Neueste Geschichte) und lege derzeit das bayerische Staatsexamen für das Gymnasium in Englisch und Geschichte ab. Im Projekt untersuchte ich mit Zsuzsanna die Besucherevaluation an den Erinnerungsorten und führte dort eine Befragung mit den Besuchern durch. Was mir besonders auffiel, waren nicht nur die fragenbezogenen Aussagen sondern v.a. die persönlichen Hintergründe und Reaktionen. Oftmals schien es, als ob die Besucher nur darauf warteten jemanden ihre Geschichte zu erzählen. Ich habe von der ungarischen Sichtweise und der persönlichen Erfahrung Zsuzsannas beim Umgang mit den Menschen der eigenen und anderer Kulturen dabei sehr profitiert. Besonders bei den geäußerten Aussagen und den zu interpretierenden Reaktionsweisen der zumeist ausländischen Besucher, waren andere Erlebnisse hilfreich. Schon aus diesem Grund konnte ich mit Zsuzsanna sehr gut Hand in Hand arbeiten. Aber auch die ungarische Rezeption des Holocausts war interessant zu sehen, da sie einen völlig anderen Ansatz hat.


Das Technik-Team


Gábor Kecskeméti, Student an der ELTE, Fach: Geschichte, 7. Semester


Ich schätze mich glücklich, dass ich an dieser Projektarbeit teilnehmen konnte, und in dem vorigen Halbjahr mit der Gruppe arbeiten konnte. Dieses Projekt war für mich völlig neu, ich denke nicht an das Thema, sondern an die Tatsache, dass sich in Ungarn um ähnliche Forschungen im Allgemeinen nur ältere Wissenschaftler (z.B. Dozenten) bewerben können. Wahrscheinlich ist es nur eine Geldfrage.
Im Laufe der Arbeit bekam ich ausgezeichnete Möglichkeit, nicht nur meine Kenntnisse in der Geschichte, sondern auch in der deutschen Sprache zu vertiefen. Dabei bekam ich große Unterstützung von den deutschen Studenten, ich bin sehr dankbar für ihre Geduld, ihr Verständnis und ihre Hilfsbereitschaft. Die Forschungen in den letzten sechs Monaten waren für mich auch fachlich sehr positiv. Mithilfe der Expertengespräche habe ich die Museen aus anderen Gesichtspunkten betrachten und untersuchen können, es gab mir die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken. Ich hoffe, diese museumspädagogische Erfahrungen in meiner späteren, fachlichen Arbeit nutzen zu können.
Die Diskussionen zwischen den beiden Gruppen waren nicht immer einfach, einerseits aus sprachlichen Gründen, andererseits wegen der kulturellen Verschiedenheit, die aber zur Erhöhung des Niveaus der Leistung auf jeden Fall beigetragen haben.
Am Anfang der Projektarbeit war ich verantwortlich für die Homepage, später ist meine Aufgabe verändert worden. Demzufolge war meine Hauptaufgabe die Lieferung von Fotomaterialien für die Gruppen in entsprechender Menge, und wenn es nötig war, habe ich in der Arbeit der Gruppen Hilfe geleistet. Außerdem war ich eine der zwei Organisatoren der Einreise der deutschen Gruppe (Unterbringung, Verpflegung, Programme, Lieferung usw.).
Diese Möglichkeit am Projekt zu arbeiten, die interkulturellen Beziehungen bedeuten – meiner Meinung nach - für uns sowohl ein fachliches, als auch ein menschliches Erlebnis fürs Leben.

Die Film-Jungs


Lukas und Flo
beim Filmen

Tim erschöpft vom
Equipment schleppen
Florian Sochatzy, Student an der KU
Tim Kuhn, M.A.
Lukas Petersik, Student an der KU


Der "Computer-Mann"

Hendrik Richter
Student Diplom Medieninformatik
LMU München


4. Projekterfahrungen


Interkulturelle Erfahrungen und Sichtweisen

Wir hatten die Analysekriterien beim Aufenthalt der Ungarn in Eichstätt innerhalb eines gemeinsamen Blockseminars festgelegt, das u.a. die Entwicklung des Förderantrags zum Ziel hatte. Die im Umgang mit Museen erfahreneren deutschen Kommilitonen waren bei der Themenfindung dominant. Auf die Initiative eines deutschen Kommilitonen ging auch die Entscheidung zurück, die Erarbeitung von Doku-Filmen in die Ergebnispräsentation einzubeziehen. Die Homepage sollte in Ungarn erstellt werden.

Schon in der Planungsphase legten wir die Gruppen, die die einzelnen Schwerpunkte bearbeiten sollten, fest. Sie waren in der Regel gemischtnational. Im Laufe des Arbeitsprozesses fiel uns sowohl in den Kleingruppen als auch im Gesamten der unterschiedliche, von Kultur, Lernerfahrungen, vielleicht auch vom Alter geprägte Blick auf die Museumspräsentationen auf, vor allem auch der unterschiedliche Stil, damit umzugehen.

Besonders deutlich wurde dies in Budapest. In videographierten Interviews (Einzel- und Partnerinterviews) hielten wir die Einschätzungen und Bewertungen fest. In Nürnberg und in Zebegény führten wir Gruppengespräche in den jeweiligen nationalen Gruppen sowie gemischt-nationale Auswertungsgespräche. Sie hatten das Ziel, objektivierbare Unterschiede im Blick auf die unterschiedlichen Themen festzuhalten, aber auch subjektive Wahrnehmungen auf den Begriff zu bringen.

Probleme hatten wir dabei, uns in einer offenen Runde zu eben diese subjektiven Einschätzungen auszutauschen (in kleinen Gruppen war das kein Problem).

„Entschuldigung“ wurde zum Unwort erklärt, insofern damit andere Sicht- und Vorgehensweisen „entschuldigt“ werden sollten. Wie viel Diplomatie notwendig und wie viel verschleiernde Rücksichtnahme in interkulturellen Projekten der Stimmung abträglich sind, und wo beides störend oder gar zerstörerisch zu werden beginnt, das ist die ungeklärte Frage. Gespräche „miteinander“ und nicht „über einander“ zu führen, scheint in „subjektiven Erfahrungsbereich“ der interkulturellen Kommunikation eine Herausforderung zu sein.

„Kochrezepte“

Für eine gelungene interkulturelle Begegnung
nimmt man … vermeidet man…


5. Impressum


Projektbetreuung:

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
ELTE Budapest

Wissenschaftliche Projektleitung:

Prof. Dr. Waltraud Schreiber, KU
Dr. Katalin Árkossy, ELTE Budapest
Catrin B. Kollmann M.A., KU

Studentische Projektleitung:

Jakob Ackermann, KU
Sarolt Kabay, ELTE Budapest


Postanschrift:

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
85071 Eichstätt
Telefon: +49 8421 93 - 0
Fax: +49 8421 93 - 1796

Eötvös-Loránd-Universität
Germanistisches Institut
H-1088 Budapest Rákóczi út 5.
Tel.: (+36 1) 485-52-00 / 4401
Fax: (+36 1) 460-44-09

Verantwortlichkeiten zum Internet-Auftritt:

Gesamtverantwortung: Projektgruppe „Massenbewegung und –gewalt im Nationalsozialismus – Vergleich musealer Erinnerungskulturen in Deutschland und Ungarn
Redaktion: Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte, KU
Technische Realisierung: Hendrik Richter
Bilder: Fotos der Projektgruppen, des Weiteren frei zugängliche Pressebilder (s. ggf. dortige Quellenangaben)
Filme: Florian Sochatzy, Tim-Peter Kuhn M.A., Lukas Petersik


Urheber- und Marken/Kennzeichenrecht:

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Kontakt


Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Wissenschaftliche Projektleitung:
Ansprechpartner Catrin B. Kollmann, M.A. (C.Kollmann@ku-eichstaett.de)

Studentische Projektleitung:
Ansprechpartner Jakob Ackermann (Jakob.Ackermann@ku-eichstaett.de)



Links


Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
Robert Bosch Stiftung
Geschichtswerkstatt Europa

Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
Jüdisches Museum Berlin
Holocaust Memorial Center Budapest
Haus des Terrors, Budapest
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Topographie des Terrors, Berlin