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Bilder

Von Katalin Riez und Simone Ming

Ein Bild vom eigenen Selbst, ein Bild, von Menschen, die uns begegnen, ein Bild von der Welt, die uns umgibt, ein Bild von Dingen, die auf ihr geschehen: Viele Bilder tragen wir in uns; verdeckte, schwer greifbare, stets von früheren Erfahrungen beeinflusste Vorstellungen von dem, was wir durchleben.

Solch ein Bild wird der Besucher auch aus einem Ausstellungsbesuch mit sich nehmen; ein inneres Bild, das sich, nicht sichtbar für die Außenwelt, aber genau im Austausch mit jener manifestiert: Die greifbaren, „wirklichen“ Bilder innerhalb einer Ausstellung tragen gewichtig dazu bei. Diese Bilder der Vergangenheit formen das Bild des Besuchers von der Vergangenheit. In Ausstellungskonzeptionen wird das Schaffen neuer Perspektiven auf Vergangenes weithin als Wirkungsabsicht auf den Besucher festgeschrieben. Den ausgestellten Abbildungen kommt in diesem interaktiven Prozess eine herausragende Bedeutung zu; das wissen auch die Ausstellungsmacher.

Die Arbeitsgruppe Bilder will die Funktionen von Bildern, mit denen die Ausstellungsgestalter das Bild des Besuchers von historischen Ereignissen zu beeinflussen suchen, transparent machen. Berücksichtigt wurden stehende (Fotografien, Gemälde, Zeichnungen u. ä.) und bewegte Bilder (Film), die Funktionen des einzelnen Bildes, die Verschränkung mit zugehörigen Texten (Exponat-, Abteilungstexte) sowie die In-Kontext-Setzung mit dreidimensionalen Exponaten (Sachquellen) innerhalb der Ausstellung. Aufgrund der Auswahl der internationalen Erinnerungsorte wurde ein besonderer Fokus auf die Darstellung von Opfern, Tätern und Mitläufern gelegt. Außerdem wurden interkulturelle Unterschiede (Deutschland – Ungarn) im Umgang mit Bildern in Ausstellungen herausgearbeitet.

Die Analyse der Abbildungen orientiert sich an fünf Kategorien zur Einstufung der Bildfunktionen, die im Untersuchungszeitraum entwickelt und modifiziert wurden.

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