Berlin | Budapest | Nürnberg | Vergleich || PROJEKT
header

Architektur und Lage als Ausstellungsthema

Von Jakob Ackermann und Sarolt Kabay

Wie wird die Architektur, wie Ort und Lage in der Ausstellung selbst thematisiert?









Die Thematisierung des das Dokumentationszentrum umgebenden Reichsparteitagsgeländes ist einer der zwei Schwerpunkte der Dauerausstellung Faszination und Gewalt. Durch die Erläuterung der Funktionsweise und des Aufbaus der nationalsozialistischen Parteitage in Nürnberg und die Bedeutung Nürnbergs für deren Propaganda, wird der Bezug zur Innenstadt, aber auch speziell zum Reichsparteitagsgelände geschaffen.

Dessen Geschichte und Nutzung vor 1936 und 1945 ist ein weiterer Bestandteil der Ausstellung. So wird im Auftaktraum ein virtueller Rundgang über das Gelände via Leinwandpräsentation gezeigt, im letzten Raum die Diskussionen der Nachkriegszeit über den Umgang mit den Überresten der NS-Zeit thematisiert und durch einen Balkon in den Innenhof der Kongresshalle ein Ausblick auf den aktuellen Stand der Erinnerungsarbeit gegeben. Das Gelände kann des weiteren über eine Dachterrasse auf dem höchsten Punkt der Halle besichtigt werden, zudem von den Terrassen des Studienforums im zweiten Stock des Bauwerks.

In Raum 7 wird die Baugeschichte des Reichsparteitagsgelände chronologisch beschrieben und in diesem Rahmen auch die Kongresshalle behandelt, aber nur in ihrer historischen Planung und Funktion. Ein besonderes Highlight ist die Einbindung der Kongresshalle selbst als Exponat in die Ausstellung. Im gesamten Dokumentationszentrum sind bauliche Elemente der Kongresshalle zu erkennen, die typischen, einfach gemauerten Ziegelwände, die Betondecken, alte Treppen, aber auch schon teilfertige Bereiche wie die „große Säulenhalle“ oder ein mit Marmor verkleideter Innenraum. Der Exponatscharakter wird deutlich auch durch den bewusst konstruierten Abstand der Ausstellungsarchitektur zur alten Bausubstanz.