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Zeitleiste

Von Simone Kleemann, Monika Schierl und Viktória Nagy

Ist eine Zeitleiste vorhanden, die die Themenschwerpunkte der Ausstellung historisch einordnet?
Welche historischen Überblicksinformationen bekommen die Besucher vermittelt?
Welchem Konzept folgt die einleitende Zeitleiste? Wie ist sie aufgebaut, an welches Publikum richtet sie sich?


Zeittafel bis 1942 (1)


Zeittafel bis 1942 (2)
Die Ausstellung im Holocaust Memorial Center verzichtet auf eine einführende Zeitleiste, die dem Besucher einen Gesamtüberblick über die dargestellte Zeitspanne und Hintergrundinformationen zu den historischen Ereignissen liefern könnte.


Stattdessen beschränkten sich die Gestalter auf eine Zeittafel (siehe Bild 1) im zweiten Raum Entrechtung (Deprived of Rights), die die Entwicklung Ungarns nach dem ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1942 thematisiert. Dadurch wird einerseits die Vorgeschichte geschildert, die Ungarn in den Holocaust geführt hat und andererseits wie sich das antisemitische Gedankengut aus Deutschland kommend in Ungarn ausgebreitet hat. Die Informationen werden hierbei chronologisch als kurze Zusammenfassungen erzählt und richten sich an ein allgemeines Besucherpublikum. Die ungarischen Texte sind auch ohne Vorwissen leicht verständlich, für ausländische Betrachter werden alle Informationen in die englische Sprache übersetzt.

Betrachtet man die Oberflächenstruktur der Zeittafel, so fällt auf den ersten Blick ihre Unterteilung in eine Bild- und Textebene auf. Die Bilder in der Mitte unterteilen dabei den Ausstellungstext in zwei Hälften und trennen damit auch optisch den ungarischen Schriftblock von seiner englischen Übersetzung. Eingeleitet und betitelt wird die Zeittafel mit der Überschrift „Hungary, 1920-1942”, die in großen gelben Buchstaben vor dem weißen Informationstext angebracht ist.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Zeittafel (siehe Bild 2) im Raum Entrechtung (Deprived of Rights) nur eine untergeordnete Rolle in der Gesamtkon­zeption der Ausstellung spielt und nicht dazu dient, dem Besucher einen umfassenden Überblick über die historisch relevanten Ereignisse zu liefern. Dementsprechend bleibt die Zeittafel inhaltlich auch auf den zweiten Raum beschränkt. Sie liefert nur die Vorgeschichte zur eigentlichen Thematik der Ausstellung. Dennoch fungiert sie als Einführung und Verweis auf die weiteren Räume, die die Chronologie fortführen werden.