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Orte der Verfolgung und der Vernichtung

Von Simone Kleemann, Monika Schierl und Viktória Nagy

Wie werden die Orte der Verfolgung und Vernichtung in der Ausstellung dargestellt?
Welche Lager wurden exemplarisch ausgewählt?
Was erfährt der Besucher über das Leben, Leiden und Sterben in den Konzentrationslagern?


Raum 4 - Deprived of Freedom


Raum 6 - Deprived of Rights
Die Ausstellung legt bei der Darstellung der Orte der Verfolgung und Vernichtung den Schwerpunkt auf die historischen Ereignisse in Ungarn.


Dementsprechend geben die Themenräume vier bis sechs (siehe Bilder 1 und 2) nahezu ausschließlich Auskunft über das Schicksal der ungarischen Juden und Roma, die entweder nach der Übernahme der Regierung durch die Pfeilkreuzer von Mai bis Juli 1944 deportiert wurden oder im Budapester Ghetto von der Auslieferung verschont geblieben sind.

Die Informationen über die Ghettoisierung und Deportation der ungarischen Juden, die innerhalb kürzester Zeit erfolgte, können die Besucher mit Hilfe eines Computerbildschirms selbst erfahren. Aufgrund der Kürze der Ereignisse konnte es in diesen Sammlungslagern der Juden kein Ghettoleben und kein jahrelanges Leiden geben. Deshalb werden Details hierzu durch Beispiele aus dem Leben der polnischen Juden im Warschauer Ghetto geliefert.

Als einzigen Ort der Vernichtung nennt die Ausstellung das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau(siehe Bilder 1 und 2), da dieser Ort das Hauptziel der Deportationen ungarischer Juden und Roma war. Zwei Themenräume (Entwürdigung und Raub der Freiheit) widmen sich dem Schicksal der Menschen dort, die Opfer von Menschenversuchen oder zur Zwangsarbeit gezwungen worden, beziehungsweise zu Tausenden bereits kurz nach ihrer Ankunft in den Gaskammern der Konzentrationslager ermordet wurden. Diese Tatsache bildet den Höhepunkt in der Darstellung der Vernichtungsorte: Die Gräueltaten, die sich im Konzentrations­lager Auschwitz-Birkenau ereignet hatten, werden mit Hilfe von Bild – und Filmmaterialien ausführlich und in ihrer erschrecken­den Brutalität dargestellt.

Dabei fällt an der Auswahl der Bildquellen auf, dass die Budapester Ausstellung in großem Maß auch Bilder zeigt, die in Deutschland aufgrund ihrer Grausamkeit und der ins Bild gesetzten Entwürdigung der Opfer nicht in dieser Form gezeigt werden.