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Hauptgestaltungsmotiv

Von Simone Kleemann, Monika Schierl und Viktória Nagy

Was ist das Hauptgestaltungsmotiv der Ausstellung?
Welche gestalterischen Schwerpunkte begleiten die Besucher durch die Ausstellung?
Mit welchen Ideen und Konzepten arbeiteten die Ausstellungsmacher?



Informationstafel zu Raum 1:
Introduction

Informationstafel zu Raum 8:
Liberation and Calling to Account

Informationstafel zu Raum 5:
Deprived of Human Dignity

Durchgang zwischen
Raum 1 und Raum 2
Auffallend bei der Konzeption der Ausstellung ist die Tatsache, dass alle acht Räume nach einem übereinstimmenden Muster aufgebaut und strukturiert sind. Auch wiederholen sich Gestaltungselemente im ersten und im letzten Ausstellungsraum (Musik, Säulen), so dass die Ausstellung in sich abgeschlossen wirkt.


Die Gestalter der Ausstellung legten grundsätzlich jedem Raum einen Dreischritt zugrunde, der die einzelnen Räume gliedert. Als Hauptgestaltungsmotiv fungieren dabei die Informa­tions­­säulen (siehe Bilder 1 und 2) der jeweiligen Themengebiete, die sich stets in der Mitte des Raumes befinden und den Besuchern Hintergründe zur dargestellten Thematik liefern.
Diese Säulen sind immer gleich aufgebaut, weshalb sie für die Besucher einen hohen Wiedererken­nungswert haben. Sie sind mit der großformatig aufgeschriebenen Nummer des jeweiligen Raumes versehen, tragen einen zweispaltigen Informationstext und beinhalten eine Bild- oder Sachquelle, die den Text unterteilt. Diese Quellen sind dabei zugleich die Überschriften des jeweiligen Raumes und werden auch in dem Begleitfolder als Referenzen für den jeweiligen Raum ausgewiesen. Die einzige Abweichung von dieser einheitlichen Konzeption ist im fünften Raum (siehe Bild 3) Entwürdigung (Deprived of Human Dignity) zu erkennen, wenn die Säule nicht schwarz sondern dunkelrot gestaltet ist, und damit auf die beginnenden Ermordungen und Entwürdigungen der jüdischen Menschen verweisen soll.

Als weiteres Hauptgestaltungsmotiv begleiten die Lebenslinien (siehe Bilder 4 und 5), die an den Seitenwänden der Ausstellungsräume angebracht sind, die Besucher auf ihrem Weg durch die Informationsstätte. Da die Linien im Verlauf der Ausstellung kontinuierlich weniger werden und teilweise einfach mitten in den Räumen abbrechen, werden sie zum eindrücklichen Symbol für die Vernichtung jüdischen Lebens in Ungarn. So bleiben sie nicht nur künstlerische Gestaltungselemente, sondern vermitteln dem Besucher gleich­zeitig ein Bewusstsein für die Dimension und das Ausmaß des Völkermordes, dem in Ungarn unzählige Juden zum Opfer gefallen sind.


Lebenslinien