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Die Medien in der Ausstellung

Von Adrienn Németh-Csóka und Györgyi Babinyec

Hörstation


Abbildung 2: Hörstation,
Berlin, Jüdisches Museum
Die Hörstationen befinden sich im Halbdunkel von Nischen, die jeweils einem Besucher Platz zum Niedersetzen bieten. Zu hören sind Berichte von Überlebenden aus den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau, Babij Jar, Sobibor, Malyj Trostenez, Majdanek, Treblinka, Belzec und Kulmhof. Die Texte werden von Sprechern auf deutsch und englisch wiedergegeben. Im Anschluss daran werden Begleittexte vorgetragen. Diese bieten weiterführende Informationen zum biographischen Hintergrund des jeweiligen Häftlings. Ergänzt werden die Tonaufnahmen durch Bilder und schriftliche Kurzinformationen über die ehemaligen Lager. Deren Darstellung befindet sich auf Informationstafeln an der Stirnseite der Hörstation.

Die Selbstzeugnisse der Überlebenden werden in kurzen Sätzen mit schockierender Deutlichkeit wiedergegeben. Einfache, rasche, traurige Laute bringen auf naturalistische Weise die für uns überraschende Wirklichkeit des Lagerlebens näher. Sie berichten über Exil, die Transporte, die Lager, die Vernichtung.

Vergleichend soll an dieser Stelle kurz auf die Verwendung von Hörstationen im Jüdischen Museum Berlin eingegangen werden. Sie befinden sich im Gegensatz zum Ort der Information im freien Ausstellungsraum und werden nicht in Nischen separiert. Je Hörstation kann der Benutzer einen Text über eine jüdische Familie anhören, die vom Holocaust betroffen war.

Computerstation

Datenbank Yad Vashem

Hier hat der Besucher die Möglichkeit, nach bestimmten Personen zu suchen und ihre Lebensdaten abzurufen. Mit Hilfe der Suchfunktion (einfache oder erweiterte Suche) können Informationen zu folgenden Bereichen recherchiert werden: Vor- und Zuname, Herkunft, Aufenthaltsort während des Zweiten Weltkrieges, Sterbeort, weitere Angaben zu Geschlecht, Familienstand, Name des Einsenders des Fragebogens und Quellenangaben.
Der Nachteil der Datenbank ist allerdings, dass der Benutzer zumindest bei der einfachen Suche den Namen der gesuchten Person kennen muss. Zusammenfassend kann bei der Benutzung der Datenbank festgestellt werden, dass sie für ein breites Publikum zugänglich und ihre Anwendung leicht verständlich ist. Die Datenbank wird kontinuierlich um neue Einträge erweitert.
Erschütternd sind für den Benutzer die teils sehr ausführlichen Informationen, die er über die Einzelschicksale erhält.
In der Ausstellung Ort der Information sind die Computerterminals in unterschiedlichen Höhen angebracht worden. Damit wird auch jüngeren Besuchern und Rollstuhlfahrern der Zugriff auf die Datenbank ermöglicht.
Die Datenbank Yad Vashem ist außerdem wichtige Grundlage für die akustische Präsentation der Opferbiographien im Raum der Namen. Damit erfolgt eine gelungene Verknüpfung zwischen dem multimedialen Informationsportal und den dargestellten Ausstellungsinhalten.

Gedenkstättenportal (Orte der Erinnerung in Europa)

Auch im so genannten Gedenkstättenportal hat der Besucher die Möglichkeit, sich mit Hilfe von Computerterminals über die Ausstellung hinaus über weitere Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen in Europa zu informieren. Der Gegenwartsbezug steht klar im Vordergrund.
Die Inhalte können in deutscher und englischer Sprache abgerufen werden. Hierbei erfolgt die Suche über Landkarten der jeweiligen europäischen Region oder über Suchmasken. Zusätzlich ermöglicht ein Ortsindex die alphabetische Recherche. Dadurch wird es dem Besucher erleichtert, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen nach eigener Interessenslage (z.B. Suche im eigenen Heimatland) ausfindig zu machen.
Zusätzlich erhält er weiterführende Informationen über die jeweilige Institution wie Öffnungszeiten, Homepage, Anfahrtsskizze o.ä.
Auch die Computerterminals des Gedenkstättenportals sind in unterschiedlichen Höhen angebracht, damit auch jüngere Besucher und Rollstuhlfahrern der Zugriff auf die Datenbank ermöglicht wird.