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Besucherforschung

Von Zsuzsanna Kolozsvári und Ina Wester

Es gibt verschiedene Arten von Besichtigungseinrichtungen (z. B. Gedenkstätten, Museen etc.) mit verschiedenen Ausrichtungen und Zielsetzungen. Große Teile der Bevölkerung unternehmen gewohnheitsmäßig meist in Begleitung anderer – v.a. Partner, Familienangehörige, im Klassenverband – Besichtigungsfahrten. Dabei gibt es gesellschaftlich und altersmäßig voneinander abweichende Vorlieben und zeitweilige Moden. Außerdem ist zu bedenken, dass für den Besuch eines solchen Ortes Zeit, Kosten und Mühen aufgewendet werden müssen und an denen es zumeist bis auf einen Kaffeestand und einen Souvenirshop keine weitere Unterhaltung gibt.

Was ist Besucherforschung?

Seit den 1960er Jahren existiert der Begriff der musealen Evaluation, der Studien zur Wirkungsanalyse und Erfolgskontrollen vornehmlich staatlicher Kampagnen auf sehr verschiedenen Gebieten kennzeichnet. Dabei bedeutet „Evaluation“ eine Bewertung und Beurteilung der Reaktionen von Menschen gegenüber einem Testobjekt um dessen Eignung und Effizienz für einen festgelegten Zweck festzustellen.

Forschung über Besucher sind zumeist quantitative bzw. qualitative Besucheranalysen, bezogen auf einen mehr oder minder klar definierten Personenkreis, z. B. „Eintrittsgeld zahlende Individualbesucher bestimmter Altersgruppen“.

Evaluation hingegen trifft wertende Aussagen, gestützt auf das Urteil von Auskunftspersonen über deren Nutzung sachlich-organisatorischer Angebotsgegebenheiten, z. B. Texte, Serviceleistungen etc. Evaluation stellt also das eigene Vermittlungsangebot einer Einrichtung auf den Prüfstand. Besucherstudien und Formen der Evaluation pflegen sich in der Praxis zu überlagern.