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Funktionen von Architektur und Standortswahl in der musealen Erinnerungskultur

Von Jakob Ackermann und Sarolt Kabay

Erinnerungsorte und die dort angesiedelten Ausstellungen und Museen sind eng verknüpft, ja oft explizit verbunden mit ihrer Hülle und äußeren Form. Besonders wenn ein architektonisches Kunstwerk gekoppelt wird mit dem Informations- bzw. Erinnerungscharakter einer historischen Ausstellung, wie im Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas geschehen, wird die Architektur selbst zum zentralen Träger der Aussage dieses Ortes. So wird der Besucher mit dem zu vermittelnden Stoff konfrontiert, auf einer emotionalen und unterbewussten Ebene, und zwar ohne dass seitens der Initiatoren konkrete Deutungsmuster vorgegeben werden. Um diese subtile Wirkung auf den Einzelnen zusätzlich inhaltlich anzureichern und zu unterfüttern, wurde in das Berliner Denkmal ein Ort der Information integriert, der somit als Mittel zur „Entschlüsselung“ der erfahrenen Eindrücke verwendet werden kann. Er ist dem Kunstwerk geographisch und auch konzeptionell untergeordnet, wird aber durch seiner Formensprache architektonisch und in seiner Bedeutung als Supplement des Stelenfeldes definiert und somit fester Bestandteil der Gesamtkomposition.

Beide Teile sind architektonisch aufeinander abgestimmt und durch die identische Verwendung von abstrakten Formen und künstlerischen Metaphern inhaltlich aufgeladen.

Für sich spricht auch die Lage des Denkmals in Berlin an einer bemerkenswert exponierten Position nahe des Brandenburger Tors, deren Vorzüge geschickt ausgenutzt und besonders in das architektonische Konzept eingebunden wurden.


Bilder zur Veröffentlichung,
hrsg. Stiftung Denkmal, Bildnr. 185.jpg


Unsere weiterführende Analyse strukturierten folgende Leitfragen:

  1. Wie sind das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und sein Ort der Information formal aufgebaut? Informationen zu den architektonischen Grunddaten: Grundriss, Symmetrie, Dimension, Baumaterial u. ä.
  2. Welche Aussage transportieren die architektonischen Merkmale und welche Wirkung haben sie?
  3. Wie und inwiefern ist es in die Umgebung integriert? Welche Bedeutung hat seine Lage?
  4. Wie wird die Architektur, wie Ort und Lage in der Ausstellung selbst thematisiert?